Schon seit Jahrzehnten organisiert unser Chorleiter, Musikdirektor Peter Laskowski, in regelmäßigen Abständen eine Chorreise ins europäische Ausland. In diesem Jahr stand Belgien mit den Städten Gent, Brügge und Brüssel auf dem Programm. Dank Laskowskis hervorragender Kontakte und der perfekten Organisation seitens seiner Firma „musikreisenfaszination“ sowie eines Reiseleiters, der uns mit seinen sachkundigen Ausführungen die Sehenswürdigkeiten der besuchten Städte nahebrachte, wurden die vier Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Aber der Reihe nach: Ausgangspunkt der Städtereise war Gent, deren historisches Zentrum mit seinen imposanten Bauwerken (u. a. die Fleischerhalle, an deren hölzerner Dachkonstruktion im Innern Hunderte Genter Schinken zum Trocknen aufgehängt sind, die Grafenburg und der 95 m hohe Belfried, der zusammen mit der St.-Bravo-Kathedrale und der St. Nikolauskirche die berühmte Genter Dreiturmreihe bildet) wir im Rahmen einer Führung gleich am Anreisetag erkundeten.
Der zweite Tag war der Stadt Brügge gewidmet. Auch hier beeindruckte vor allem die mittelalterliche Altstadt mit ihren historischen Gebäuden wie der Kathedrale St. Salvator, der Liebfrauenkirche, dem Rathaus oder der Heilig-Blut-Basilika. In dieser wird eine der bedeutendsten Reliquien Europas, eine Ampulle mit dem Blut Christi, aufbewahrt. Und wie es der Zufall so will, bot sich uns die Gelegenheit, an einer Zeremonie zur Verehrung dieser Reliquie teilzunehmen. Die Zeit nach der offiziellen Stadtführung nutzten im Übrigen einige Reiseteilnehmer für eine Bootsfahrt auf den Grachten, von wo aus sie die schönsten Ecken der Stadt noch aus einem ganz anderen Blickwinkel bewundern konnten.
Den Höhepunkt der Reise bildete jedoch am Sonntagvormittag die gesangliche Umrahmung eines Gottesdienstes in der Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula, der Nationalkirche des Königreichs Belgien. So beeindruckte das monumentale Gotteshaus nicht nur durch seine außergewöhnliche Akustik, sondern auch mit den 1200 Glasgemälden der 16 Chorfenster und einer Orgel, die als sog. Schwalbennestorgel im Hauptschiff hängt.
Selbstverständlich schloss sich an den Gottesdienst wieder eine Stadtbesichtigung an, die durch die Galeries Royales Saint-Hubert zum zentralen Platz der Hauptstadt, dem Grote Markt, führte. Total überwältigt bestaunte die Reisegruppe die Architektur der prachtvollen Gebäude, die diesen Platz, der 1998 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde, umsäumen: das Rathaus, das Maison du Roi bzw. Broodhuis, das Haus der Herzöge von Brabant und eine Vielzahl von Zunfthäusern. Und last not least durften auf der Besichtigungstour auch nicht die beiden Brüsseler Wahrzeichen, das Manneken Pis und das Atomium, fehlen.
Auf der Heimfahrt waren sich schließlich alle Teilnehmer einig: Die nächste Chorreise soll möglichst schon im kommenden Jahr unternommen werden!

