Katholischer Kirchenchor widmet Konzert in Riva del Garda dem kürzlich verstorbenen Papst Johannes Paul II
Die diesjährige Fahrt des Kirchenchors führte an den Gardasee nach Limone. Die reizende Kleinstadt, an den Steilhängen oberhalb des Gardasees gebaut, war ein gelungener Zielort. Die bezaubernde Altstadt mit ihren engen, winkeligen Gassen und den vielen Oliven- und Zitronenbäumen schmiegt sich an den Hang. Es ist wirklich erstaunenswert, wie die Baumeister früher es immer wieder geschafft haben, so viele Häuser auf so begrenzten Raum zu stellen.
Die Fahrt nach Verona am nächsten Tag war ein Erlebnis. Diese über 2000 Jahre alte Stadt war der Schauplatz vieler Kämpfe um Machtansprüche zwischen Welfen und Staufern. Verona hatte unter römischer, venezianischer, französischer und österreichischer Herrschaft eine wechselvolle Geschichte. Verschiedene wohlhabende Adelsgeschlechter ließen die vielen prächtigen mittelalterlichen Paläste errichten. Große Festungsanlagen sollten die Bürger und den Reichtum der Stadt sichern. In der riesigen Arena, übrigens die drittgrößte in Italien, sang der Chor einige Stücke, darunter in italienischer Sprache den Gefangenenchor aus "Nabucco". Ein Besuch am Haus von Julia durfte natürlich auch nicht fehlen.
Am nächsten Tag ging es zu einer Fahrt in die Dolomiten, diesen beeindruckenden Teil der Alpen. Der französische Forscher D. de Gratet de Dolomieu beschrieb das Hauptgestein der Dolomiten, das nach ihm "Dolomit" genannt wird. Und diese Bezeichnung gab dem Gebirge den Namen "Dolomiten". Vorbei an Trient und Bozen, vorbei am Karer See und über das Karer Joch, vorbei am "Rosengarten" und am Langkofel und über das Sella-Joch ging die Fahrt in das Grödner Tal nach St. Ullrich, der Heimat des Bergsteigers und Filmregisseurs Luis Trenker.
Am Sonntag schließlich noch vormittags eine Rundfahrt um den Gardasee, leider bei regnerischem Wetter, um dann am Abend mit dem Höhepunkt der Reise, dem Konzert in Riva del Garda, abzuschließen. Es war ein großartige Idee vom Dirigenten Peter Laskowski, das Konzert dem vor kurzem verstorbenen Papst Johannes Paul II. in der wunderschönen riesigen Kollegialkirche Santa Maria Assunta zu widmen. Diese römische Kirche in romanisch-gotischem Stil wurde erstmals um 1100 erbaut und nach Zerstörung 1613 vom Baumeister G.M. Filippi wieder aufgebaut; sie ist eines der interessantesten Beispiele der Renaissance-Kirchen im Trentino. Der Innenraum ist überwältigend ausgestaltet; es gibt allein 8 Seitenaltäre mit Werken von Caliari und Brusasorci.
Der Einzug wurde mit dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Trinitätsgesang "Alta trinita beata" gestaltet. Und kaum hatte Frau Dr. Beate Buchner, die die verbindenden Texte zwischen den Liedbeiträgen in italienischer und deutscher Sprache vortrug, die Widmung und anschließend ein Wort des Papstes vorgetragen, brandete begeisterter Beifall auf. Ganz offensichtlich hatte man den zahlreichen Konzertbesuchern damit aus dem Herzen gesprochen. Am Ende des Konzerts mit 14 gesanglichen Beiträgen gab es stehende Ovationen. Und beim Auszug, ebenfalls singend, hörte man aus den Bänken immer wieder "gracie, gracie"; vor dem Ausgang gab es dann noch eine Zugabe.
Bei regnerischem Wetter wurde dann am Montag die Rückreise angetreten; das erleichterte etwas den Abschied von Limone und vom Gardasee. Abends kamen die beiden Busse mit den 80 Reiseteilnehmern wohlbehalten in Bietigheim wieder an. Es war eine gelungene Reise - gut vorbereitet vom Reiseleiter und Dirigenten, Herrn Laskowski und der Vorsitzenden des Kirchenchors, Frau Anneliese Graf. Beiden gebührt herzlicher Dank.






