
Krönungsmesse zum Jubiläum
Kirchenchor hatte doppelten Grund zum Feiern
Mit einem Konzert in der Pfarrkirche Heilig Kreuz feierte der Kirchenchor am Sonntag, 21.12.2014, sein 140-jähriges Bestehen, verbunden mit dem 25-jährigen Dirigentenjubiläum seines Leiters, Musikdirektor Peter Laskowski. Als Höhepunkt des Jubiläumskonzerts hatte der Chorleiter die Missa in C, KV 317, von Wolfgang Amadeus Mozart ausgewählt. Die orchestrale Begleitung dieses auch unter dem Namen „Krönungsmesse“ bekannten Werkes übernahm das durch Bläser verstärkte Ensemble ConFuoco Bietig-heim. Als Solisten brillierten die Bietigheimer Sopranistin Regina Westermann, der Ötigheimer Bariton Gerhard Franz Brucker sowie die Altistin Ulrike Gruber und der Tenor Sae-Jin Oh, beide Mitglieder des Badischen Staatsopernchores. Im Anschluss an die Ehrungen wurde außerdem das bekannte „Halleluja“ aus dem Oratorium Messias von Georg Friedrich Händel zu Gehör gebracht.
Kirchenmusik hat in Bietigheim Tradition. Obwohl der Chor Heilig Kreuz „erst“ sein 140-jähriges Beste-hen feierte - ein genaues Gründungsdatum ist nicht bekannt -, wird aus alten Rechnungsbelegen für den Kauf von Noten ersichtlich, dass schon 1694 Singerinnen und Singer entlohnt wurden. Des Weiteren finden sich im Erzbischöflichen Archiv in Freiburg Hinweise, dass es bereits 1839 einen Kirchenchor gab. So wurde auch die Weihe der Pfarrkirche am 20. Oktober 1863 von einem Sängerchor begleitet, wie aus der Heiligenfond-Rechnung desselben Jahres hervorgeht.
Nachforschungen im Bietigheimer Pfarrarchiv belegen die Existenz eines vierstimmigen Kirchenchores in der heutigen Form seit mindestens 1874. Dieses Jahr wird deshalb als Gründungsjahr gesehen. Auch die Chorleiter lassen sich von diesem Zeitpunkt an nahezu lückenlos nachweisen, beginnend mit Pius Lögler, dessen Nachkommen noch heute in Bietigheim leben, bis zu Peter Laskowski, der den Chor im Oktober 1989 übernommen hat und seit dieser Zeit ununterbrochen leitet, so lange wie kein anderer Dirigent vor ihm. Mit der Verleihung der Palestrina-Medaille des Allgemeinen Cäcilienverbandes und der Zelter-Plakette wurden dem Chor bei seinem 125-jährigen Jubiläum im Jahr 1999 die höchsten Ehrungen für einen kulturellen Verein zuteil.
Die Verpflichtung von Peter Laskowski vor nunmehr 25 Jahren erwies sich für den Chor als echter Glücksgriff. Der in Polen geborene Musiker konnte bei seiner Übersiedlung ins Badische einiges vorwei-sen: Absolvent der Hochschule für Musik in Kattowitz und der Universität in Hagen, Preisträger der Diri-gentenpreise des XVII. Internationalen Chorfestivals in Misdroy und des XVI. Chorwettbewerbs Legnica Cantat. Aufgrund seiner Ausbildung und seines künstlerischen Werdeganges wurde ihm vom Fachver-band Deutscher Berufschorleiter im August 1994 der Titel „Musikdirektor FDB“ verliehen. Inzwischen ist er in erster Linie Organisator internationaler Chor- und Orchesterfestivals in Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Polen, Spanien und Tschechien sowie künstlerischer Leiter des International Oratorio Choir.
Unter Laskowskis Dirigat nahm der Chor Heilig Kreuz einen neuen Aufschwung. Seinem unermüdlichen Engagement ist es zu verdanken, dass die Singgemeinschaft in den vergangenen 25 Jahren Konzertrei-sen nach Italien (Rom und Montecatini Terme), Österreich (Wien), Tschechien (Prag und Marienbad), Polen (Tschenstochau), Ungarn (Esztergom), Frankreich (Paris) und Thüringen (Weimar) unternehmen konnte.
Das Badische Tagblatt schrieb am 23.12.2014 über das Jubiläumskonzert:









