Thüringen 2013

 

Erfurt – Eisenach – Weimar

Am vergangenen Freitag hieß es für die Reiseteilnehmer schon früh aufzustehen, denn bereits um 6.30 Uhr startete der Bus in Richtung Thüringen. Unterbrochen von einem Zwischenstopp mit einem zünftigen Sektfrühstück erreichten wir um die Mittagszeit das erste Etappenziel unserer dreitägigen Reise, die thüringische Landeshauptstadt Erfurt. Die Stadt, wegen ihrer vielen Brücken auch „thüringisches Rom“ genannt, beeindruckt in erster Linie durch ihren Dom mit der benachbarten Severikirche. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist die Krämerbrücke, die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas. In den Erfurter Waidspeichern wurde im 13. Jahrhundert aus den getrockneten Blättern der Waidpflanze blauer Textil-Farbstoff gewonnen. Waid wurde vor allem im Thüringer Becken angebaut und in Erfurt verarbeitet und gehandelt. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören neben der Alten Synagoge, übrigens die älteste erhaltene Synagoge Europas, eine mittelalterliche Mikwe, ein rituelles jüdisches Tauchbad. Mit vielen Eindrücken versehen erreichten wir gegen 18.00 Uhr unser Hotel „Rodebachmühle“ in Georgenthal am Fuße des Thüringer Waldes. Der Aufenthalt und die Atmosphäre im Hotel waren sehr angenehm. Nach dem Abendessen konnten wir das Tanzbein schwingen, da die Hauskapelle für die Gäste aufspielte.
Am Samstagmorgen ging es weiter nach Eisenach. Eisenach und die Wartburg werden meist in einem Atemzug genannt. Die Wartburg ist tatsächlich die bekannteste Burg Deutschlands sowie der größte Touristenmagnet der Stadt. Lange bevor Martin Luther, auf der Wartburg als „Junker Jörg“ getarnt, ein Tintenfass an die Wand warf, um den Teufel zu verscheuchen, der, wie die Legende erzählt, die Übersetzung des griechischen Neuen Testamentes ins Deutsche verhindern wollte, verbrachte er in Eisenach mehrere Jahre als Pensionsgast und Lateinschüler. Eisenach beeindruckt durch großzügige Marktplätze und schöne Häuserfassaden. Auf den Straßen wurden Pflastersteine in allen Varianten verwendet, um die mittelalterlichen Gegebenheiten und das Stadtflair widerzuspiegeln.  Die beiden Stadtführer zeigten uns u. a. das Geburtshaus des großen Komponisten Johann Sebastian Bach, wo ein Denkmal und ein Museum an sein Leben und seine Werke erinnern. Auch Goethe weilte oft in Eisenach sowie der niederdeutsche Dichter Fritz Reuter, der ein vornehmes Villenviertel zu seinem Alterssitz erwählt hatte. In der Georgenkirche wurde 1221 die hl. Elisabeth von Thüringen vermählt und Johann Sebastian Bach wurde in dieser Kirche getauft. Es gäbe noch vieles aus Eisenach zu berichten, das zentral mitten in Deutschland liegt und von der bedeutenden Handels- und Pilgerroute „Via Regia“ durchkreuzt wird. Nach der Stadtbesichtigung fuhren wir am Nachmittag hoch zur Wartburg, der Sage nach von Ludwig, dem Springer mit den Worten „Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!“ im Jahr 1067 gegründet. Viele bekannte Ereignisse und Namen sind mit dieser Burganlage verbunden: der Sängerkrieg, die hl. Elisabeth, Martin Luther, Johann Wolfgang von Goethe, das Wartburgfest der Burschenschaften oder auch Richard Wagner. Bei unserem Besichtigungsrundgang durch die mittelalterlichen Räume wurden wir zuletzt in den Sängersaal und den Festsaal mit seiner trapezförmigen Kastendecke und den Malereien, mit samtüberzogenen Wänden und Stühlen geführt. Das Mystische dieses Saales zog uns wie magisch in seinen Bann. Es hätte noch vieles zu sehen und zu bestaunen gegeben, doch fehlte die Zeit und im Hotel wartete das Abendessen. Im Anschluss daran wurden wir bei einem Heimatabend mit Liedern und Texten vom Rennsteig, dem 170 km langen Höhenweg des Thüringer Waldes, unterhalten.
Unser erstes Ziel am Sonntagmorgen war die katholische Herz-Jesu-Kirche in Weimar, wo wir mit Chorbeiträgen einen feierlichen Gottesdienst mitgestalteten.
Im Anschluss daran erwarteten uns zwei Stadtführer, die uns auf einem Rundgang die Sehenswürdigkeiten der Kulturstadt Weimar nahebrachten. Erwähnt werden sollen in diesem Zusammenhang Goethes Wohnhaus, wo er 50 Jahre seines Lebens verbrachte, das Wohnhaus von Friedrich Schiller, das Weimar Haus, das Stadtschloss, das Fürstenhaus, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, das Deutsche Nationaltheater, das Rathaus, das Stadthaus und das Cranachhaus, aber auch das neuzeitlichere Bauhaus-Museum.
Gegen 16:00 Uhr traten wir von Weimar aus unsere Rückreise an. Als Fazit gilt: Die drei Tage mit den Besuchen dreier geschichtsträchtiger Städte waren sehr eindrucksvoll und erlebnisreich.
Jutta Wörner