Vorstandschaft bewies glückliches Händchen
Mit einem Festgottesdienst feierte der Kirchenchor am Christkönigssonntag nicht nur die heilige Cäcilia, die Patronin der Kirchenmusik, sondern auch das 30-jährige Dirigentenjubiläum seines Chorleiters, Musikdirektor Peter Laskowski.
Als sich Peter Laskowski im Herbst 1989 auf die ausgeschriebene Chorleiterstelle bewarb, hätte sicher niemand damit gerechnet, dass er in die Annalen des Kirchenchores als der Dirigent eingehen würde, der dem Chor bisher am längsten vorstand. Damals setzte die Vorstandschaft aufgrund seiner Vita in Polen hohe Erwartungen auf die Zusammenarbeit mit ihm. Nach 30 Jahren können wir heute bestätigen, dass diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen wurden.
Schon im zweiten Jahr nach seinem Dienstantritt gab der Chor mit Mozarts „Krönungsmesse“ sein erstes großes Konzert und ein halbes Jahr später unternahmen die Sängerinnen und Sänger unter seiner Regie die erste von zwei Rom-Reisen, wo man im Petersdom einen Gottesdienst mitgestaltete und in der vollbesetzten Kirche St. Ignazio ein Konzert aufführte. Auf diese Chorreise sollten bis heute in regelmäßigen Abständen noch viele weitere Reisen in insgesamt sieben europäische Länder (Italien, Tschechien, Polen, Ungarn, Frankreich, Österreich, Belgien) folgen, wobei der Fokus nicht vorrangig auf der Reise an sich lag, sondern sich - dank Laskowskis Initiative und Verbindungen - einem Laienchor, wie es der Kirchenchor ist, die schier unvorstellbare Gelegenheit bot, in großen, renommierten Gotteshäusern zu singen, wie beispielsweise im Straßburger Münster, im Dom von Florenz, in der Kathedrale von Colmar, in der Kirche St. Madeleine in Paris, in der Herz-Jesu-Kirche in Weimar, im Salzburger Dom und in der Kathedrale von Brüssel, um nur einige der Aufführungsorte zu nennen.
Ein Highlight war - in Kooperation mit dem Sängerbund Schöllbronn - zweifelsohne die Aufführung von Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ in der Ettlinger Stadthalle und in unserer Pfarrkirche. Zu den weiteren herausragenden Auftritten zählen unter anderen das Konzert anlässlich des 130-jährigen Chorjubiläums, ein Benefizkonzert für ein Waisenhaus in Sri Lanka, ein Dankkonzert für den scheidenden Pfarrer Sum sowie das große Kirchenkonzert anlässlich des 140. Geburtstages des Kirchenchores und des 25-jährigen Dirigentenjubiläums, bei dem noch einmal die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören war.
Weiterhin fielen in Laskowskis Ära die Verleihung der Palestrina-Medaille vom Cäcilienverband Deutschland im Frühjahr 1999 und die Überreichung der Zelter-Plakette im November desselben Jahres, eine staatliche Ehrung für Chorgemeinschaften.
Unerwähnt bleiben soll abschließend aber auch nicht das „Alltagsgeschäft“ vor Ort, nämlich die Umrahmung der Gottesdienste an den diversen Festtagen, wo der Chor im Vergleich mit vielen anderen Chören immer noch den anspruchsvollen A-cappella-Gesang pflegt.
Nach dem Gottesdienst, in dem bereits Pfarrer Klaus Dörner den Jubilar gewürdigt hatte, traf sich die Chorfamilie zum Mittagessen im Katholischen Gemeindehaus. Dort hob auch die Vorsitzende des Chores, Gabriele Merkel, die Verdienste von Peter Laskowski hervor und überreichte ihm ein Dankespräsent.
In ihren Dank mit eingeschlossen wurden aber auch Anneliese Graf und ihr Vorstandsteam, die vor 30 Jahren mit der Verpflichtung von Musikdirektor Laskowski ein wahrhaft glückliches Händchen bewiesen hatten.

